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...Social Beat. Aber kaum einer weiß, was sich
hinter diesen beiden Wörtern verbirgt. Weder die Medien, noch die
Macher von kleinen, literarischen Zeitschriften, noch die sogenannten Social-Beat-Autoren
können (oder wollen) genau Auskunft geben, was das allerorts so begierig
aufgenommene Label meint. Dennoch scharen sich jene, die etwas Außergewöhnliches
wittern, vielleicht auch nur einen neuen Trend, um dieses Markenzeichen...
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...Kurzum, "Beat" war schon o.k., als Dahlmeyer und
Nöske über einen Namen nachdachten, unter dem sich die Szene
der Underground-Poeten finden könnte, aber "Beat" war (nicht mehr)
genug. Dachten sie. Immerhin ist unübersehbar, wenn man nachzudenken
gewillt ist, daß die Zeiten sich geändert haben, seit die Gruppe
wilder US-Dichter gegen Puritanismus und Heuchelei aufstanden. Ihr Weg
aus Rausch und Besinnung, aus Zen und Sex, aus Drogen und Jazz war so nicht
mehr einfach imitierbar. The times, they are a-changing...
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...Und so verfielen Dahlmeyer und Nöske auf
die Idee, dem "Beat" ein ziemlich für Anstoß sorgendes Vorwort
beizustellen: Social...
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...Zu vergleichen ist deswegen die Landschaft der
Social-Beat-Zeitschriften etc. mit dem Experiment, das Joseph Beuys anstellte,
als er in der Lage war, als Professor an der Kunst-Akademie zu Köln
nicht mehr Aufnahmekriterien zu stellen; als in seine Klasse kommen durfte
und konnte, wer wollte. Sein Diktum, daß Kunst Leben sei und Leben
eine Kunst sein müsse, ist so auch das, was ich bei den Social-Beat-Autoren
finde: die Ehrlichkeit der Empfindung, die Echtheit der Wahrnehmung, die
Stärke des Erlebens und die Würde, den aufrechten Gang immer
und immer wieder zu proben, zählen mehr als literaturwissenschaftliche
Kriterien...
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...Daß Social Beat oft genug so scheel angesehen
wird, hat auch damit zu tun, daß seine Protagonisten mit dem hinlänglich
bekannten Literaturbetrieb gar nichts zu tun haben wollen; daß sie
sich ihm eher entziehen, bzw. ihn nicht ernst nehmen, wenn er sich auf
den Sohlen eines Journalisten nähert, der über sie schreiben
möchte, warum auch immer. Man fühlt sich selbstsicher genug,
um eigene Produktionsapparate aufzuziehen, eigene Verlage und eben Zeitschriften,
in denen sich auch die tummeln dürfen, die den Akademikern ein Graus
sind...
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Auszüge aus dem Begleittext von Hadayatullah
Hübsch
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Donald Perry auf dem Himmelsgrund
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über dem würgfeigenkreuzrippengewölbe
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Sonnenmaulwurf wühlt sich / durch schnitte von
wolken still stürzender / quarze im block des wassers / lianengeädert
flüssiges orgelbrausen / im tropenwald wo die lichtvögel nisten
/ in der marienglashöhle des regens //
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Den himmel abgrasend mit schmerzenden fingern / klammerte
ich mich allein an die / schründe der zirruswolken //
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Was wird wurzel was strebt zum licht / Was arbeitet
in der erde / Was kämpft in sonnentiefen? //
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Steht der regen still oder steigt er in / irisgekrümmter
zeit? //
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Brüllaffenepen der wellenreiter auf grüner
laubgischt / in die wolke des dunkels geschmiegt / beschrien sie die nacht
/ unter ihnen das waldmeers platine / wo das licht in prielen abfloß
//
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Ich war ihr verkrüppelter bruder / regenschneider
der dem haus sein gewand anmißt //
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Am abend waren die berge der anderen welt / violett
wie lebende seeanemonen //
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Ich war ein ölgefiederter
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affe in blauer schreck mimikry //
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Der webstuhl war angezettelt meine finger / riefen
alles wissen der welt ab
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dem / laptop im
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schlot der würgfeige dem mein / zeitplan
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logisch erschien bei / kaffee
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und bergsteigerleinen / Kleine breite hände
/ eines
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mannes erz zu graben / Die orchideen mit
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herzallüren / Das agentennetz der
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spinnen / leuchtpilzbeleumdet
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in des / epochenbarbiers hängender bude //
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ich habe
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tief im bergwerk des himmels gelebt / in feuchter
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spinnenerde der nacktwurm //
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war ich die mücke meine welt ein fußabdruck
/ bis zum astufer oben //
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war benachbart den schläfern im / glockenstuhl
der bromelien //
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den vendetten der heliconiumfalter und passionsblumen
//
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entdeckte ich jeden tag eine neue evolutionsgeste
/ in tages generationen //
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Schön war diese stadt aus laub und regen //
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Und kanzelherab mit der krone verbündet / die
diözesen der würgfeige / palmblätterketzerei die ergebenheit
der lianen ihr / kreuzrippengewölbe über verbranntem schiff der
autodafés / ihr maßwerk ihr nepotismus / ihre kardinäle
mit der echsenhaut //
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Was wenn die regenstadt unter uns brennt / Dann--
/ halten wir das gespinst im fallwind über dem grün / oder ertrinken
in den windflüssen / die nicht nach hause können / aus dem hirnlaub
der welt //
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Wenn der wolkenschlick aufreißt liegt der /
mond auf dem grund des universums //
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Aber auf stegen der überständerklamm entlang
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gebaut / gleitflügelsamenobserviert / kommen
touristen //
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Hel
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- Richard Anders
Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger
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