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Und suchte meine Zunge ab nach Worten
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Zweisprachige Liebesgedichte der Gegenwart
aus vier keltischen Sprachen
übersetzt, übertragen von: Andrea Mc Tigue,
Anke Simon, Dorothea Tratnik-Ui Chealaigh,
Mererid Hopwood und Annette Zimmermann,
herausgegeben und mit einem Vorwort versehen von
Andrea Mac Tigue, mit
Fotografien von Carmel Cleary
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Edition Druckhaus
- ca. 230 Seiten; 17,50 €, 32,50 SFR,
ISBN: 3-910161-79-0
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- Informationen
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in englischer und keltischer Sprache
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Erstmals wird mit der vorliegenden Sammlung zeitgenössische
keltische Lyrik im deutschsprachigen Raum vorgestellt. Bretonisch ist die
einzige noch lebende keltische Sprache auf dem europäischen Festland.
Die anderen drei Sprachen: irisches Gälisch (Irisch), schottisches
Gälisch (Schottisch) und Kymrisch (Walisisch) stammen aus Irland,
Schottland und Wales. Die einzigen hier nicht vertretenen keltischen Sprachen
sind das Kornisch von Cornwall und das Manx von der Insel Man, die jeweils
im neunzehnten bzw. zwanzigsten Jahrhundert ausgestorben sind und jetzt
nur noch im Sprachunterricht erlernt werden. Die hier vertretenen keltischen
Sprachen Irisch, Schottisch, Walisisch und Bretonisch sind, obwohl sie
jahrhundertelang unter schlechten politischen und kulturellen Verhältnissen
gelitten haben, doch noch lebendig, und ihre Autoren haben die Pflege der
Lyrik keineswegs vernachlässigt. Man könnte im Fall Irlands sogar
von einem gegenwärtigen goldenen Zeitalter der Lyrik in gälischer
wie in englischer Sprache reden. Die gälische Literatur in Irland
erlebt gegenwärtig in fast allen Gattungen eine starke Renaissance.
Man merkt einigen Gedichten dieser Sammlung an, daß die Lyriker mit
den keltischen Mythen noch sehr vertraut sind und daß sie bei ihren
Lesern das entsprechende Wissen voraussetzen. Einigen Lyrikern ist der
Bereich der Folklore und der Mythologie ein wichtiger und lebendiger Fundus
für ihre Gedichte, auch die Natur tritt in den meisten ihrer Texte
sehr sehr stark hervor. Erstaunlich hoch in der hier versammelten
Auswahl fast die Hälfte ist der Anteil von Frauen geschriebener
Gedichte.
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Aus dem Vorwort von Andrea Mc Tigue
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Domhnall Mac Amhlaigh: Schritte
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Du segeltest
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in meinen Gesichtskreis wie ein neuer Stern
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für den Sternbeobachter:
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ein Mond,
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der eine versteckte Sonne enthüllt:
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Entdeckungsfreude:
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und ich streckte meine Hände nach der Wärme
aus.
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Nicht um dich zu ergreifen
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streckte ich sie aus:
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eine fremde Macht leitete sie,
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sie waren ohne Gefühl
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im rituellen Dienst meines Universums
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ohne genug Vertrauen in die Freiheit,
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die jenen uralten Knoten entwirren könnte.
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Und ich verpasste die Gelegenheit.
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Ich traf dich gestern
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auf der Straße,
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eine Flamme von Augen und blauem Tweed.
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Ich suchte meine Zunge ab
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nach Worten.
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Sie waren nicht auffindbar
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und durch mein erkaltetes, stummes Schweigen
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hörte ich auf der Straße
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donnernd einen nach dem andern deiner
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Schritte
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...
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- Richard Anders
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