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Das Böse möglicherweise
Örtliche Leidenschaften
- Eine der Geschichten aus Donner und Sturm
Geboren 1957 in Köln, lebt in
Düsseldorf. Studium der Theater-, Film- und Fernseh- wissenschaft,
Germanistik und Philosophie in München und Köln. Anschließend
war sie Dozentin an der Filmhochschule Köln. Lebt seit 1996 als freie
Autorin in Düsseldorf.
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Presse :
..."Nichts ist vorbei.
Nie ist irgendetwas vorbei."
Das ist beinahe Motto. Und waren in den vorherigen Erzählungen der B.B.
die Hauptfiguren immer wieder panromantische Wiedergänger, so hat
sie mit dem Konterpart der Cordelia Richter einen ganz besonderen Wechselbalg
geschaffen. Der Fall Cordelia Richter und der im Untertitel zugeordnete
Roman
aus dem neuesten Deutschland behandelt eigentlich den Fall eines prominenten
Dichters, um den ein nicht abzuschneidendes Gewalke von Vermutungen, Mystifikationen,
Verleumdungen, Anklagen sich rankt. Rankte? Ja doch. Man kann wieder erkennen,
was da unter anderem auf einem brenzligen Berg auftritt, "der Hügel"
genannt, über einer nebulösen Stadt.
Axel Dielmann / Listen 54
"... denn Barbara Bongartz kultiviert nun mal einen eigensinnig
altmeisterlichen Stil, voll leiser Andeutungen, kapriziöser Ausdrucksweisen,
vergrübelter Erwägungen, sperriger Theoreme, tückischer
Auslassungen. Wer sich davon nicht schrecken noch zermürben lässt
und das Labyrinth der wunderlichen Villa Richter ebenso wie das Seelenlabyrinth
der tragischen Cordelia Richter, verheiratete Sokorow, getreulich bis zum
Ende durchwandert, den erwarten zunehmend spannungsgeladene
Erzählmomente und heftige Überraschungen."
Olaf Cless / Düssedorfer Hefte 12/99
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Presse:
Örtliche Leidenschaften
- "Die neugotische Damennovelle"
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Uve Schmidt in:
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Kreuzer 5/95
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"Das sind Portraits in Chamois, langsam zu lesen, wenn das
Tageslicht bricht."
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Konrad Franke, Süddeutsche Zeitung
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vom 8.11.95
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"Der Lohn ist reich. Barbara Bongartz begnügt sich nie
mit dem bloßen Erfinden von Geschichten, sie spürt die Geschichten
anderer auf, macht sie sich ganz zu eigen, formt sie um, geht feinsten
Nebenspuren ihrer Entwicklung nach, scheint der Sucht zum Verrätseln
zu erliegen und entläßt den staunenden Leser mit der Gewißheit,
dann doch ein Rätsel gelöst zu haben."
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"Ist Barbara Bongartz gar kultbuch-verdächtig? Schreiben
wir nicht von Kult, wohl aber von Kultur, wenn es um Buchgestaltung geht.
(...) Durch soviel Mühe wird Literatur wieder aus dem Status des Wegwerfartikels
herausgehoben, und das kommt der Literatur, ihren Erschaffern, aber auch
den Lesern zugute."
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Gerda Kaltwasser, Rheinische Post, 10/11/1997
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"Jede Menge "Schandstücke menschlicher Emotionalität"
läßt die Düsseldorfer Autorin Barbara Bongartz auf ihre
Leser los. Ihr Buch "Örtliche Leidenschaften" zahlt zu den außergewöhnlichsten
der letzten Zeit"
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"...ein fabulöser Irrgarten des Lebens und der Schmerzen,
eine Ästhtetik des Nicht - Geradlinigen, ein Container voll Ariadnefäden.
Wir empfehlen übrigens den Gebrauch von zwei Lesezeichen. Mindestens."
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Olaf Cless, Überblick 1/98.
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...Mit zwei schmalen Erzählbänden ( 1994 und 1997
) und dann einem Riesenroman von 900 Seiten hatte sich Barbara Bongartz,
leider vielerorts unbemerkt, auf den Weg gemacht: Schon in dem Band Das
Böse möglicherweise hatte sie gezeigt, in welcher Dichte
sie Figuren herstellt, obwohl diese fast immer ex negativo, aus ihren Mängeln
und schiksalhaft anmutenden Verhinderungen sich herauskristallisieren.
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In dem gewaltigen Roman Örtliche Leidensxchaften
/ Compilationes, einem mächtigen Leseerlebnis, war das und vieles
andere Erzählkönnen zur Meisterschaft getrieben.
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Axel Dielmann / Listen 54
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..."Sie beherrscht Sprache derart subtil, trifft mit ihren
Sätzen derart oft ins böse Schwarze, daß man
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sich nur wundern kann,, warum die Düsseldorferin
nicht längst
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in aller Literaturinteressierter Munde ist."
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Überblick 10/94
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Ein mutiges Unterfangen, im schwerverminten Graben der Auseinandersetzungen
um die Stasi-Verwicklungen eines außergewöhnlich gebildeten,
begabten, und nun zutiefst verfehmten Dichters diese in einen lyrischen
Roman zu verwandeln, der das Entstehen des Nichts um eine solche Persönlichkeit
im Kreis der Freunde und Kollegen beschreibt, eingebettet in eine Liebesgeschichte,
die den tragenden Ansatz ausmacht und, begrüßenswert frei von
Übermut und Willkür, ebenso detailliert wie differenziert ein
vielschichtiges Für und Wider im Irrlicht tiefster Abgründe falscher
Moral darstellt. Ein undursichtiger Mann und eine starke Frau, deren Bewußtwerdungsprozeß
im Vordergrund steht, ein Roman dessen schönste lyrische Momente in
der Untersuchung der subtilen psychologischen Mechanismen zustandekommen,
die unser aller Wahrnehmungen und Reaktionen häufiger im Schlechten
als im Guten bestimmen: nicht EINER ist hier widersprüchlich, sondern
jede/r Beteiligte, und ALLES ist undurchsichtig. Die Abrechnung ist fair,
dieses couragierte Buch ist emanzipatorisch wie auch dankenswert emanzipiert.
Nichts ist vorbei.
Nie ist irgend etwas vorbei.
Die schwüle Legende von Liebe, Sehnsucht und den falschen Freunden
behalte er für sich.
Alexander Ohneland, der exilierte Poet, der Handlungsreisende, der
Attaché mit den wechselnden Namen, der mißgestaltete, verbannte
Mann mit dem "hohen, seitlich stark zusammengedrückten Körper,"
wie das Lexikon ihn verzeichnet hat, und dem "pyramidenförmigen, kantigen
eckigen Kopf auf sehr kurzem Hals," der alles und gar nichts weiß
und mich geheiratet hat. Ich sollte seine Namen täglich prüfen,
täglich prüfen, ob er überhaupt altern kann.
Es muß die Umgebung sein, die auf ihre neuen Bewohner reagiert
und in meinem Fall die seltsamen Überlegungen fördert wie die
Unruhe auch; der Hügel, auf dem wir jetzt wohnen, der Nebel über
der Stadt, der, wenn ich mich nicht reichlich täusche, jeden Morgen
dichter wird. Als vertrüge sich das, was ich mitgebracht habe, nicht
mit dem Ort.
Und dann meine Alpträume in der Nacht, deren Dichte auf die des Nebels
am Morgen zu reagieren scheint. Diese Alpträume, die mich verwirren,
seit ich hier oben wohne. Auch sie müssen das Resultat des Ortes sein.
Auch mein Schlaf verträgt sich nicht mit dem Ort. Die Alpträume
mit ihrer dauernden Wiederholung eines einzigen Satzes, der sich auch aus
dem Wachzustand nicht ganz eliminieren läßt, ein Refrain, als
würde beständig einer über eine Glatze scheren, um sich
aufs neue Kahlheit zu beweisen.
Barbara Bongartz: Das Böse
möglicherweise
96 Seiten; 10 €, 19 SFR, ISBN 3-910161-53-7
Erzählungen und außerdem
Fotografien
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Das
Böse möglicherweise erzählt jene Welt, in der das Programm
für schreibendes Sein angelegt ist wie ein Inhaltsverzeichnis. Dieses
Sein zielt aufs Andere und rührt wahrscheinlich auch daher. Alle Seiten
vermutet man, in eine neue Geschichte gezogen zu werden. Sätze (Noch
sind es Wortwesen in ihrem tatsächlichen Zustand, denen die Energie
ihres Sichschreibens eigen ist), die im Zusammenhang zu einem erzählenden
Kreis geschlossen werden, wie er, wenn ich das sagen darf, hinter den Figuren
der Antike einen Raum ausspricht, der durch sie als "endliche" Schleife
der Zeit sich darzustellen vermag. Die große Überraschung der
Texte von Barbara Bongartz rührt nicht vom Willen, zu überraschen,
sondern von der natürlichen Fähigkeit der Texte, genau zu sein.
Wie mit sich selbst, so mit der Welt. Daß sich die Frage, ist diese
derart, weil ich so bin, oder umgekehrt, nicht stellt, und daß sich
hier eine wahrnehmende Sprache selbst-verständlich spricht, wird der
Grund ihrer Wirklichkeit sein.
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...Aber im Westen Deutschlands bringt uns dieser Wind schier um den Verstand.
Die Menschen sind hier zarter als es so eigentlich heißt, entgegen
jeder Theorie der Verschärfung der Widerstandskraft durch Kreuzung,
eher weich im Gemüt, aber eben nicht, wie einer denken könnte,
dadurch besonders gefächert in der psychischen Toleranz, sondern ziemlich
zimperlich, leidend und selbstbezogen. An einem Tag diesen holländischen
Wetters also erreichte uns die Nachricht, uns, das sind meine Schwester
Lydia, mein Bruder Frederic und ich, erreichte uns also die Nachricht von
- dieser in der Tat herrliche Beginn einer Geschichte von nahezu Proustschem
Muster, eine Geschichte, in der die Dinge Gerüche annehmen und Geschmack,
nur ist es augenblicklich ganz unmöglich, solcherart Dinge zu erzählen.
Als mir das einfiel, stand ich nicht nur gerade inmitten einer riesigen
Anzahl Umzugskisten, die aus der Wohnung befördert werden mußten,
mir wurde auch das gesamte Ausmaß der Idiotie dieser Überlegung
bewußt: denn auch wenn es sich um einen wunderbaren Anfang handelt
(und ich suche immer noch nach diesen wunderbaren Anfängen, die mich
das Leben vergessen lassen), ...
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Barbara Bongartz:
Örtliche
Leidenschaften
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Compilationes
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ca. 830 Seiten, 27,50 €, 50,- SFR, ISBN 3-910161-81-2, Bandnummer:13
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mit 2 topographischen Plänen von Gisela Kleinlein, fester Einband,
Fadenheftung
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Diese
fiktive Anthologie von 18 sehr skurrilen Nachtstücken, jedes für
sich ein novellistisches Juwel, herausgegeben von einer ebenso fiktiven
Frau Professor Dr. Renata Marie von Senftleben, quasiwissenschaftlich geordnet
und üppig kommentiert von einer immer fiktiver werdenden Person Namens
Barbara Bongartz, wird ein Schatz werden in eines Jeden Bücherregal,
dessen Blick immer wieder und ganz unwiderstehlich angezogen wird von den
schwarzen Abgründen der menschlichen Seele, wie sie sich hier mannigfaltig
auftun.
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Renata Marie von Senftleben, im Buch nur noch RMS
genannt, die einen großen Teil ihres Lebens den Studien der Gefühlswissenschaft
widmete, kommt auf ungeklärte Weise zu einer Sammlung von Manuskripten
ebenso ungeklärter Provenienz, die als einzigartige Zeugnisse der
Perversion, der Hysterie, des schlechten Geschmaks und krankhafter Neigungen
gelten
können
und deren Erforschung und mahnenden Publikation sie in mehreren, auf seltsame
Weise schon nach kurzer Zeit immer restlos vergriffenen und auch aus allen
Bibliotheken verschwundenen Auflagen, so leidenschaftlich betreibt, daß
mancher zwar ohne die Spur jeden Beweises -glauben könnte, sie
sei die Verfasserin derselben.
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So ist auch die hier vorliegende vierte, von ihrer
wissenschaftlichen Assistentin B. Bongartz betreute Ausgabe eine als gefährlich
eingestufte Sammlung, die sich immer wieder der Kritik entgegenstellen
muß, als Dokument des Unvernünftigen, Besessenen, Blöden,
Imbezilen und bizarren Wahns die Aufklärung gleichsam rückwärts
zu denken.
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B.B., die hier als Randfigur der ehrwürdigen
und zwielichtigen Professorin ihre eigene Verwandlung beschreibt und betreibt,
hat mit diesem Buch ein Glanzstück nicht nur des schwarzen Humors
sondern auch der Comédie humaine geliefert, mit der sie ihre
beiden vorherigen und so wunderbaren Bücher noch übertroffen
hat. Und was daran so reizvoll ist: sie blickt nicht nur unter die Bettdecken,
sie blickt vor allem in die Seelen!
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R.S.
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Sie muß es gewußt haben. Sie muß!
Sie schickte alle in eine Arena: den Tod der Personen, Charaktere, was
auch immer zu sterben. Denn: WAS HIER WAR, SOLLTE NIEMALS MEHR SEIN! Zum
letzten Mal öffnete sich die Arena des Theaters keine Guckkastenbühne
zum letzten Mal traten Personen auf, wahrten den Schein, ließen
sich bestrahlen, ansehen, sprachen, rührten sich ... rührten
sich zu Tode... von Krieg bis Kindesmißhandlung kam alles vor ...
"Vor welchem Thema würden Sie halt machen?" hatte die Dame den Lyriker
Kling gefragt. "Ein Tabu für mich wäre, 'ich' zu sagen, weil
das Subjekt schon lange als obsolet erkannt worden ist..." (foglio, 1/1994:53)
... rührten sich in der Arena zu Tode im magischen Dreieck des Theatralen.
Sehnsucht, Rückblick, Erinnerung. Schmieröl ist die Schwarze
Galle der Maschinen und Apparate, auch so ein Saft. Die Unbekannte, auch
so eine schöne falsche Fährte, eine Hoffnung der letzten Art.
Sie starben Mir unter den Händen weg, die Figuren, das gesamte Nachtstückpersonal
... Sätze wie "Man hat mir nicht geglaubt, deswegen bin ich ins Beweisgeschäft
eingestiegen ..." oder die Illusion, der feste Glaube an die Kraft des
Schmerzes zu Beginn waren Instrumente gewesen ... Sie sind meine Familie,
die Figuren, sie gehören zu Mir. Ich bestehe darauf, Ich bestehe darauf,
eine Ich, ein Apparat? Der frühe Tod der Pflanzen in meinen
Gärten ... Ich stand dafür?
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Barbara Bongartz:
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Eine der Geschichten aus Donner und Sturm
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Erzählung
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48 Seiten, 10 €, 19,- SFR, ISBN 3-910161-82-0
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Von diesem Buch erscheint eine Vorzugsausgabe von 40 Exemplaren in einem
Objekt-Etui von Gisela Kleinlein signiert und numeriert
- 125 €, 223,- SFR
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Hedda
Scheu, eine inzwischen gealterte Frau, verschlägt es in jungen Jahren
auf ein riesiges Gehöft in der französichen Provinz. Zurück
läßt sie ihre deutsche Familie: "mit einem toten Vater, einem
toten Großvater, einer lebendigen Mutter und einer lebendigeren Großmutter".
Auf Geheiß der letzteren hatte sie sich in dieser gottverlassenen
Gegend, die sich wie ein Plateau voller Gräber über das nächste
Dorf zu neigen scheint, auf die Suche nach den heldenhaften Gebeinen ihres
Großvaters begeben. Die Suche endet, als die Herrin des Hauses, die
Patennichte von Sophelia de Monterlant, ihren Weg kreuzt. Von da an erliegt
sie dem Zauber dieser Frau, die sie verführt, für immer zu bleiben.
Einer langen Filmeinstellung gleich, beschreibt Bongartz die Metamorphose
dieser Deutschen, die im Laufe der Zeit ihre eigene Vergangenheit abstreift,
ihre Identität aufgibt, um sich mit der Haut der anderen zu kleiden.
Als es die andere nicht mehr ignorieren kann, reduziert sie sich innerlich
und äußerlich auf ihr kleinstes Selbst, das sie am Leben erhält,
bevor sie stirbt. Einem stummen Ritual folgend, holt sich die ehemalige
Hedda Scheu, jetzt anverwandte Patennichte von Sophelia der Monterlant,
vor ihrem sechzigsten Geburtstag ein junges Mädchen ins Haus. Das
Schauspiel maskierender Verwandlung wiederholt sich. Dieser "Ort aus Donner
und Sturm" wird für die dort auftretenden weiblichen Personen zur
Konfrontation zwischen Jung und Alt; Zuneigung und Haß; Dünkel
und Abhängigkeit in steter Wiederkehr.
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Bongartz vertraut ihrer suggestiven Fähigkeit,
Menschen auf engstem Raum, in einem in Brauntönen gehaltenen Bild
zu arrangieren, das die Leserin fesselt und sie in einem fremden Stück
Leben heimisch werden läßt.
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Annette Maennel
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Wenn alles so w?re, wie es scheint, schrieb der Wind in die Seelen der um die jungen Helden Weinenden, w?re das Wetter eine Gnade Gottes und die M?rchen ein Geschenk der Wirklichkeit. Helden! Warum gerade Helden? Warum nicht W?scherinnen? Ein Anachronismus hat soviel Recht zur Gegenwartsbehauptung wie der andere, sagte meine Deutschlehrerin?
immer
und trat gegen das Rollwerk der Tafel, deren Mechanismus sie im mindesten
für so obsolet erklärte wie den der obengenannten Helden und
Wäscherinnen. Helden. Mein Kopf ist voll davon. Hätte ich es
nur mit Männern versucht und nicht mit Frauen. Helden. Es liegt am
Wetter. Immer liegt alles am Wetter, dem Dreh- und Angelpunkt nicht nur
des botanischen Lebens, sondern des Lebens überhaupt. Gerade das mit
den Helden liegt in der Luft, allerdings auch in der Erfahrung, in der
Gewöhnung ebensosehr wie in der Pflicht, nicht minder auch in einer
gewissen, zwar zweifelhaften, doch selbst heute noch funktionierenden,
äußerst nützlichen Verstandeslosigkeit; es liegt in dem
Mut, dem banalen, kleinen, vichykarierten Leben durch einen einzigen Stoß
ins Horn der Geschichte einen Glanz aufzusetzen. Helden, egal ob durch
Abschnitt ihrer Ohren verlustig, ohne Füße, augenlos, die abgeschossenen
Beine extra begraben das taten die Herzöge mit ihren Reliquien
auch, und liegen sie deswegen schlechter?
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Richard Anders Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger
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