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Heiliger Zorn, blanke Empörung und anarchistischer Wohlverstand! Brener zieht die Strangkatze, bezieht seine Dresche, wo’s ihm paßt, Spaß macht und wo man drüber lacht. Brener ist in der Welt auf Achse, wo er seine Zeit macht. Egal, ob er auf dem Roten Platz rumspringt und Jelzin zum Boxkampf herausfordert, Ketchup in die weißrussische Botschaft schmeißt, sich auf dem Zehnmeterturm einen runterholt und den Arsch abfriert, in Amsterdam Malewitsch übermalt, in Berlin die Mauer streicht oder im Druckhaus Galrev einen Gedichtband rausbringt. Achtung, Brener kommt aus dem Konzept er kennt den nächsten russischen Präsidenten.
Brener wurde natürlich auch geboren, lebt in usw., aber das steht
auf einem anderen Blatt (siehe Heck-Klappe), aber man kann nie wissen.
Bahn frei für die nicht lenkbaren Torpedos.
Bert Papenfuß
...Den ersten größeren Eklat provozierte Brener im Februar 1996 zusammen mit einem anderen russischen Künstler, Oleg Kulik, anläßlich der Ausstellung Interpol in Stockholm. Vorher hatte er in Moskau verschiedene Aktionen durchgeführt, wie z.B. in Boxeraustattung auf dem Roten Platz Jelzin lauthals beschimpft und zum Zweikampf herausgefordert oder im Puschkin Museum vor einem Van Gogh - Bild öffentlich defäkiert zu haben. In Stockholm erklärte er, er wolle die Kunst aufgeben und ein Rockstar werden. Man baute also ein Schlagzeug für seine Performance zur Eröffnung der Ausstellung auf. Mit Kulik, der meist nackt als angeketteter Hund agiert, hatte man abgemacht, daß er ein guter Hund sei. Aber die Russen hielten sich nicht an die Spielregeln. Kulik biß einen Besucher ins Bein und Brener randalierte und beschädigte teilweise einen zwanzig Meter langen Tunnel aus Menschenhaar, ein Werk der New Yorker Chinesin Wenda Gu.
Damit handelten sie und der Kurator Viktor Misiano sich seitens des französischen Kritikers und Herausgebers der Zeitschrift Purple Prose, Olivier Zahm, Vorwürfe ein wie Kulturimperialismus, russischer Faschismus, Ideologie von Hooligans und Skinheads. Zahm schrieb einen empörten Aufruf an die Kunstwelt, der tausendfach verschickt und in einigen Kunstzeitschriften abgedruckt wurde. ... Nach verschiedenen kleineren Aktionen, wie der gelungenen Störung der Pressekonferenz der neuen Berliner Kunstmesse, unternahm Brener dann Anfang 1997 sein bisher größtes Projekt, das ihm einen Prozeß, fünf Monate Gefängnis und Protestbriefe von Museumsdirektoren und Künstlern einbrachte.
Er begab sich ins Amsterdamer Stedelijk Museum, sprühte mit einer Spraydose ein Dollarzeichen auf ein suprematistisches Bild von Malevitsch und benachrichtigte die Museumswärter.
Rudi Fuchs, Direktor des Stedelijk Museum in Amsterdam..., reagierte ziemlich ungehalten auf die Anfrage des Präsidenten der Wiener Sezession, ein Bild aus der Sammlung seines Museums für eine Ausstellung über den russischen Aktionismus auszuleihen. Das Ölbild "Weißes Kreuz auf Grau" von Kasimir Malevitsch werde zur Zeit restauriert, antwortete er, aber vielleicht könne Alexander Brener als Ersatz dafür ein Dollarzeichen auf Klimts Beethovenfries in der Wiener Sezession sprayen. Bert Theis
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Ich hätte gerne
So einen Feind wie das Meer.
Daß er sich
Auf mich wirft
Und mich bedeckt,
Und mir keinen Stuß erzählt,
Sondern mich mit einem Hieb tötet.
Damit wir –
Zum Teufel! Das wäre das Beste! –
Einander bewundern
Und nicht verachten! Nicht verachten!
Und daß er
Meinen schweren graublauen Leib
In seiner blauen Tiefe
Begräbt.
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- Richard Anders
Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger
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