Zeichnung:
William Blake
 
William S. Cowper: The Task 
Gedichte übertragen von Wolfgang Schlüter 
 mit Zeichnungen von Cornelia Schleime 
ca. 400 Seiten;

Edition qwert zui opü 
24 €, 44,50 SFr, ISBN 3-933149-04-5,
Warengruppennummer 1 150 
       


William Cowper, geb. 1731 in Hertfordshire, gest. 1800 in Norfolk; empfindsamer Moralist und Gesellschafts-
kritiker; zog sich mit 33 Jahren ins Ländliche zurück; starb in geistiger Umnachtung.  Lyriker, Briefautor, Übersetzer. 
 
Wolfgang Schlüter, geb. 1948
in Königslutter; Musikwissenschaftler, Essayist, Übersetzer (Marlowe, Aubrey, St. Brendan u.a.); lebt in Irland.
 

Presse:
Cowpers poetische Landwirtschaft ... spendet ein irdisches Vergnügen, wie es Dichtung nur in Ausnahmefällen gewährt. Dieses Vergnügen ins Deutsche überführt und damit verdoppelt zu haben, sichert Wolfgang Schlüter, wenn schon nicht Gottes, so doch unser fortdauerndes „Wohlgefallen“.
Christoph Bartmann / F.A.Z.  6.10.98 
 
   
Cowpers Hautpwerk "THE TASK", im Herbst 1784 geschrieben, 1785 erstveröffentlicht, ein von Gay und Thomson beeinflußtes Lehrgedicht in 6 Büchern, ist ein Essay in Blankversen, dessen Auge sich beständig neu und wechselnd fokussiert: naturalistisch in präziser Deskription, frühromantisch in der Allegorisierung von Natur als einer Chiffre göttlicher Offenbarung, realistisch im desillusionierten Benennen der Gefahren, von denen seine Gesellschaft sich bedroht sah, hymnisch antikisierend, ganz Arkadien & Virgil, satirisch in Hogarths Manier - dies alles in einer ganz persönlich gefaßten Mischung aus Schwermut und leisem, bitteren Humor. Auf dem Schauplatz des ländlichen, winterlichen Buckinghamshire wandert, streift, schwärmt, grübelt, räsoniert das lyrische Subjekt als Peripatetiker und philosophiert in einer Sprache von berauschender Schönheit & Luzidität über die Befindlichkeit des Menschen und der von ihm zu verantwortenden, seiner Pflicht anheimgestellten Verhältnisse, der Aufgabe, die ihm Welt, Gott und Natur setzen. 
 
 
 
 
Sprecht, o ihr leuchtenden Heerscharen, 
die ihr ein Meer befahrt, das keine Stürme kennt, 
unter Gewölbe, unbedräuet von Gewölk, 
ob ihr von eurer Höhe, aus der ihr deutlich 
dem Menschen unsichtbare Systeme überschaut, 
Systeme, von deren Ursprung noch nicht Nachricht 
hier unsre niedre Welt erreicht, erspähet ihr 
ein Volk, begünstigt gleich dem unsern, Schoßgeborene 
und Grabzueilende, und doch bestimmt zu steigen 
und einen glänzenderen Himmel zu besitzen als wie ihr? 
Gleich einem, der nach langem Aufhalt ferner Küsten 
sich sehnt nach Heimkehr und, wenn er von weitem 
sein´s Landes wetterbleiche windberammte Klippen 
aus grünen Wogen steigen sieht, den Blick 
strahlend vor Glück hin zum geliebten Lande schießt, 
also betrachte ich mit seelenvollem Hoffen 
und manch geseufztem Wunsch euch Strahlen-Feuer, 
die ihr im blauen Abgrund einem Blinklicht gleich 
berufen seid, den körpereingeschlossnen Geist nach Haus 
aus Lebensmüh´ in nimmer endend Ruhe zu geleiten. 
aus vol. v


Richard Anders Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger