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Geb. 1953 in Duvno, Republik Bosnien und Herzegowina (ehem. Teilrepublik der SFR Jugoslawien). Studium der Literatur- und Theaterwissenschaft an der Universität Sarajevo (72-76). Dramaturg am Volkstheater Zenica (76-78), Redakteur der Literatur- und Kunstzeitschrift "Odjek" in Sarajevo (79-86), Professor für Dramaturgie und Dramengeschichte an der Akademie für szenische Künste der Universität Sarajevo (86-93). Von Juni 92 bis März 93 auch Dekan dieser Fakultät. Hauptredakteur der Zeitschrift für Theorie und Kritik der Kunst "Izraz" in Sarajevo (89-92). Gastprofessor am Institut für Slawistik der Universität Salzburg (94-95). DAAD Stipendiat (Berlin 95). Stadtschreiber der Stadt Graz (96).
- Lektor für bosnische, kroatische und serbische Sprache am Institut für Slawistik der Georg-August Universität Göttingen (seit Oktober 95).
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Buchveröffent- lichungen auf Deutsch:
"Der östliche Divan", Klagenfurt, 93; "Tagebuch der Aussiedlung",
Klagenfurt, 93; "Al-Mukaffa", Klagenfurt, 94; "Der entrückte Engel
- Povucoeni andjeo", Salzburg, 95; "Schachriars Ring", Berlin, 96; Zahlreiche
Hörspiele, Theaterstücke und Veröffentlichungen
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in europäischen Zeitschriften.
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Presse :
- "Wir lesen Weltliteratur aus Sarajevo,
feinfühlig übersetzt von Katrin Becker... Dzevad Karahasan, der
wichtigste Gegenwartsautor der islamisch inspirierten bosnischen Literatur."
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Siglinde Geisel in der FRANKFURTER
RUNDSCHAU
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...könnte
man als "Verkehrte Exotik", genauer als "Exotik verkehrter Beziehungen"
beschreiben. Von der "Reisebeschreibung", wie Marco Polo sie bot, ist die
europäische Literatur bis heute gesättigt von Texten über
andere Kulturen, die als exotisch vorgestellt werden und mithin so verschieden
von der europäischen sind, daß sich selbst Existenzart und -grundlage
unterscheiden. In diesem Buch wird die europäische Kultur als exotisch
vorgestellt, als Welt, in der sprichwörtlich alles möglich ist,
da in ihr wiederum auch "auf andere Art" existiert wird.
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Das Ambiente, in dem sich die Erzählungen zutragen, ist klar wiederzuerkennen:
als europäisches Mittelalter. Auch die Protagonisten lassen sich erahnen
beziehungsweise die Schicksale einiger Angehöriger von Königshäusern
im mittelalterlichen Europa. Die Art und Weise jedoch, in welcher diese
Welt vorgestellt wird. ist ausgesprochen orientalisch und den phantastischen
Märchen aus "Tausend und einer Nacht" um vieles näher als nur
irgend etwas anderem, das die europäische Literaturtradition kennt.
Der leicht exaltierte Ton, der sich mit der Veränderung von Situation
oder Ambiente nicht ändert, die kräftigen Farben in ausgesprochen
äußerlicher (neutraler) Beschreibung, die einlinige, progressive
Komposition, die kontinuierliche Intonation, die gleich bleibt auch wenn
sie von lyrischen Euphorien und phantastischen Schrecknissen spricht -
all dies sind technische Wesensmerkmale des orientalischen Erzählens,
denen wir auch in diesem Buch begegnen.
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Wie soll man diese Erzählungen vorstellen? Als "finstere Märchen"?
Als Verknüpfung von europäischer Romantik und orientalischer
Erzählung? Als Versuch, die mittelalterliche literarische Legende
zu beleben? Unzweifelhaft gibt es hier sowohl die romantischen "finsteren
Märchen", das mittelalterliche Gefühl, Wunder wären die
natürliche Existenzweise der Welt, als auch den orientalischen Genuß
am Ornament. Und jeder Leser wird in ihnen ohnehin gerade das finden, was
er, als sein Gefühl der Welt, in sich selbst trägt. Deshalb muß
man sie vielleicht auch nicht definieren.

Richard Anders Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger
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