Foto: Chris Felver 
Bob Kaufman: Solitüden 
Gedichte & Prosa, amerikanisch-deutsch 
 übersetzt von Sascha Anderson, Stefan Döring, Lothar Feix, Durs Grünbein, Eberhard Häfner, Andreas Koziol, Martin Kubaczek, Bert Papenfuß-Gorek, Cynthia Peck, Rainer Schedlinski, Christa Schuenke, Peter Waterhouse und Ulrich Zieger 
mit Anmerkungen von Roderick Iverson/ Raymond Foye, Lawrence Ferlinghetti und 3 Grafiken von Strawalde, hergestellt noch im Frühjahr 1989,
jetzt mit ISBN versehen und im VLB
 
 
Edition qwert zui opü, 
212 Seiten; 25 €, 46,50 SFR
ISBN: 3-933149-09-6, Warengruppennummer: 1 150 
       
 
 
Presse: 
Kaufman lebt in der steten Morgendämmerung, er ist ein Poet der schimmernden Geheimnisnacht, ein aufgeschreckter Romantiker, dem die Zeilen entspringen wie anderen alltägliche Flüche. 
"Egmont Hesse hat nun ein voluminöses, bibliophil ausgestattes Buch mit einem Querschnitt durch Kaufmanns Arbeiten, meist Lyrik, vorgelegt, in Amerikanisch und Deutsch, das die längst fällige Entdeckung des Beat- Dichters möglich macht. 
Seine einsamen Gesänge an das Ende unserer Gesellschaftsideale, wenn er liebevoll und zornig zugleich, seine Atemzüge verdichtend, in unser Vorderhirn robbt, um uns aus der Eintönigkeit unserer Geschäftigkeit zu locken, sind Exkursionen voller Trauer und Humor." 
H. Hübsch, Mid Nr. 66, August/September `91 
   

Vorwort im telegrammstil für kaufman in Solitudes Crowded With Loneliness Ein verdammter langstreckenläufer allein in einer welt von lemmingen improvisiert er die tedeums eines totalen erinnerns inmitten ätzender visionen von offenen türen hinter denen deplacierte blaue paradiese der sinne liegen Seine zunge hing
heraus fast verdorrt in imaginären liebeslandschaften seine schmerzen zusammengekauert im afrikanischen traum auf dem heimweg mit parker wo sie nachher tanzen werden O himmlischer hobo auf unheiligen missionen mit gefechtsberichten und segenssprüchen O bird vogel mit grasgefieder der noch genau weiss wo er ist Auf der höhe des lebens sitzt er an der decke und er hat den wind gesehen Und wollt ihr seine augen haben nun dann haltet eure brüste und lest seine wahrhaftig-nördliche legende geschrieben auf landschaften des lebens in den karten amerikas wo nachtigallenschlag uns noch erreicht und die suche nach extase trotz allem weitergeht 
Lawrence Ferlinghetti 



Ich hab meinen kummer gefaltet 
 
Ich hab meine kummer gefaltet in einen mantel aus sommernacht, 
Jedem kurzen gewitter ist in den zeiten sein raum zuerkannt, 
Die gelassen verfolgte geschichte der katastrophen liegt in meinen augen begraben. 
Und doch, diese welt ist nicht nur dieses unmöglich kosmische spiel, 
Und die sonne steht immer noch dreiundneunzig millionen meilen weit von mir entfernt, 
Und in den imaginären tiefen der wälder wird das geschorene nilpferd sich in ein lustiges einhorn verwandeln. 
Nein, ich handle nicht mehr mit den kauzigen wächtern aller gestrigen zusammenbrüche, 
Die herumwühlen in den längst ausgeweideten stollen vergangener leiden. 
Der blues kommt gekleidet wie die nach innen gerichteten antworten auf diese reise. 
Tja und, ich habe die räume des mondes durchsucht in den sehr kalten nächten der sommer. 
Und bitte, ich habe noch einmal den nicht zu vollendenden zweikampf gefochten. 
Eben weil er für dieses mal nicht zu vollenden war. 
Und ja, es hat zeiten gehabt da ich wünschte ich wäre ein anderer. 
 
Die tragödien werden gesungen bei nacht auf den trauerumzügen der dichter; 
Die wiedergefundene seele gehüllt in den glanz von vertrautheit.



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