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Der Raumagent
Presse:
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"Einer breiten Öffentlichkeit wird Jürgen Ploog trotz seiner ansehnlichen Buchproduktion kaum bekannt sein. Dennoch kann er sich einer festen Lesergemeinde, den Freunden der amerikanischen Beat- Literatur, um die Autoren William S. Burroughs, Harold Norse, Allen Ginsberg und Jack Kerouack, sicher sein."
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Kai F. Böhne, Basler Magazin
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"Keine subjekttriefende Innerlichkeit, keine öden Wortspiele,
keinerlei plumper Symbolismus - immer nur die Fähigkeit, durch einen
schnellen Schnitt, Gangart, Ort und Objekt der Schrift zu ändern.
Endlich einmal avantgardistische Literatur, die den Leser
in Atem hält."
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Bernd Zirfas, Contraste
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"Daß man ihn "Graue Eminenz des deutschen Untergrunds" nennt, hört er nicht gerne. Dabei ist er für die Szene hierzulande als Vorbild sehr wichtig gewesen. Als Intimus von William S. Burroughs zählte er zur deutsch-sprachigen Avantgarde der deutschen Cut - Up-Schreiber, mit seinem Magazin "Gasolin 23" setzte er einen bis jetzt fast unerreichten Standard für Underground - Zeitschriften"
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Hadayatullah Hübsch,
Journal Frankfurt
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Mit Burroughs hat sich seit der deutschen Erstausgabe von Naked Lunch (1962) keiner so kontinuierlich beschäftigt wie Jürgen Ploog, und kein anderer deutschsprachiger Autor hat sich die Sehweise und Schreibmethode des |
damals noch verfemten Amerikaners so entschlossen zu eigen gemacht. Das macht das Buch von Ploog nicht nur wichtig und lesenswert, sondern auch außerordentlich anregend und interessant.
Es ist mehr als eine Sammlung von Essays, denn Ploog
praktiziert auch hier ganz selbstverständlich die Gleichrangigkeit
und das Ineinander von Fiktion und Reflexion, literarischer Erfindung und
spekulativem Diskurs. Was nur diejenigen irritieren wird, die außer
dreimal vorverdauter linearer Hausmannskost nichts mehr absorbieren können.
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Carl Weissner
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aus dem Vorwort der 1. Auflage
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Wenn ich von meiner eigenen Schreiberei aufschaue, all den zerschnittenen
& nicht zerschnittenen Seiten, dem Straßenlärm während
des Ramadan-Festes in Karatschi, den baufälligen Kathedralen von Goa,
den klapprigen Mühlen auf irgendeinem verlassenen Flugfeld eines erdachten
Kontinents, den vermummten Gestalten im Schein von Karbidlampen auf den
Gehsteigen einer orientalischen Stadt, den Bildern auf dem Radarschirm
während einsamer Nächte im Cockpit, dann sehe ich, wo alles begann,
damals in den 50er Jahren ...
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Es war nicht der Panzerkreuzer Potemkin, auf dem ich den Atlantik überquerte,
sondern ein Dampfer mit dem nicht weniger bedeutsamen Namen S. S. Independence.
An einem diesjenigen Augustmorgen des Jahres 1952 tauchte die Skyline von
Manhattan am Horizont auf & meine Reise begann ...
Bis dahin hatte ich meine Tage in einem langweiligen Vorort von München
verbracht, wo sich nichts tat, ausser dass alles, was ich betrachtete,
mit nichtssagender Endgültigkeit zurückstarrte, bis mir schliesslich
klar wurde, dass es nur einen Ausweg gab, & der hiess abhauen, das
Weite suchen. Ich bin dann in einem Stadtteil von Pittsburgh, Pennsylvania,
gelandet, der sich Brentwood nannte & drehte an Samstagnachmittagen
das Radio voll auf, wenn eine Sendung lief, die den Big Bands gewidmet
war, was schon ein Fortschritt gegenüber den Wunschkonzerten des Bayerischen
Rundfunks war. Giftiger Efeu, Fliegengitter, eine anonyme Nachbarschaft
& sommerliche Hitze, die auf den Hügeln lag. Auf den ersten Blick
konnte ein Nachkriegsdeutscher von den Staaten beeindruckt sein. Neue breite
Strassen quer durch den Kontinent ... Supermärkte, blitzende Restaurants,
gute Bedienung. Einen Wagen zu haben, war selbstverständlich: Kurz,
ein Hauch von Vorkrieg oder Nichtkrieg, den ich nicht kannte. Trotzdem
spürte ich einen
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subkutanen Riss, der nicht tief genug war, um die Oberfläche der Wirklichkeit
zu erreichen. Ich ahnte ihn, auch wenn ich nicht wusste, woher er kam.
Er war wie ein Schatten, den ich aus Europa mitgebracht hatte. Nehmen wir
an, dass ich ein paar Seiten von Gottfried Benn in den Fingern gehabt oder
die eine oder andere Passage von Sartre oder Camus sich in meinem Gehirn
festgesetzt hatte ... wahrscheinlich war es weniger etwas Gelesenes, als
meine unmittelbare Erfahrung mit dem Mief postfaschistoider Umgebung, der
ich in allen Variationen ausgeliefert war. Nicht die Ideologie, die noch
immer in den Köpfen spuckte, sondern ihre psychologischen Ausscheidungen
in Form von Reglementierung & Repression.
Jürgen Ploog: Der Raumagent
- mit Rauminstallationen von dead chickens
- Reihe Erzählungen im Druckhaus Galrev, Bandnummer 3
- 120 Seiten; 12,50 €, 23,- SFR
- ISBN 3-910161-46-4
Von diesem Buch erschien eine Vorzugsaugabe in 100 Exemplaren mit signierter und für diese Ausgahe hergestellter Telefonkarte von dead chickens.
- 75 €, 134,- SFR
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Jene
Bilder, die der Film ( die Technik des Films, sofern sie nicht seine Idee
ist ) zeitlich aufhebt, werden im textlichen Rahmen Schemen eines Denkens,
das Licht auf die Komposition der Dinge wirft... Wörter... Satzfetzen...
aus den Bewegungen fallend wie aus dem Wind.
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Trittst du ein in dieses Bild, bist du verschwunden, denn "Zeit sagt mir
nichts", was ja nur bedeutet, gibt nichts wieder, wirft nichts zurück.
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DER RAUMAGENT, dieses imaginäre Du und nur noch die Ahnung einer veräußerten
Wahrnehmung. Anders gesagt: in der Prägung vergilbende Spur eines
Namens, auf der Rückseite einer Kinokarte, aller Karten für schon
dieses Drehbuch, die Adresse Godots wie die Werbung für eine der anliegenden
Bars namens P. Virilio.
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Aber das ist ja das ganze Problem. Irrelevanz. Nichts dahinter, nichtmal
Wiederholung, so sehr ähneln sich die städtischen, die Erde verkrebsenden
Zigmillionengeschwüre inzwischen. Aber "Was die Bilder, von denen
ich sprach, verbindet, ist der leere Raum", der, nachdem die Kopie abgelaufen
ist, als verlassen gilt; abgesehen von jenem leichten, expandierenden Hauch
Jil Sanders oder Lolita oder Luzi oder wie sie gerade heißt...
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S. Anderson
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"Zeit sagt mir nichts. Mit geschlossenen Augen liege ich da & versuche
mich in den Störungsfeldern zurechtzufinden, die zwischen erfundenen
und erinnerten Bildern oszillieren. Such dir eins aus.... jugendlich schlanke
Körper, die sich im Vorbeigehen kurz berühren.... ein verschnürtes,
weißes Päckchen geht blitzschnell von Hand zu Hand... das Singen
unsichtbarer Drähte... wie von einem Stromstoß erfaßt,
reißt die Frau sich los... ich spüre die gleitenden Bewegungen
ihrer bläulichen Zunge... mit einem kühlen, tiefen Seufzer läßt
sie mich los... das Handtuch rutscht ihr von den Hüften... ich folge
ihr Backsteinfassaden mit feuerleitern entlang durch ein Gewirr dunkler
Gassen bis in ein leerstehendes, abbruchreifes Haus mit ausgehängten
Türen in eine verlassene Wohnung... ein kaputter Spiegel lehnt an
der Wand... Licht füllt durch die Rippen einer Schiefhängenden
Jalousie... etwas metallisches blitzt auf in ihrer Hand... ich habe keine
Ahnung, wer sie ist, ich sehe ein Stück nackter Haut, es hat einen
matten violetten Glanz...
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Jetzt, wo ich weiß, daß es ein Netzwerk von Traumhändlern
gibt. Manche behaupten, daß sie sich einer Droge bedienen, um ihren
Einfluß zu sichern. Mir scheint, daß das bloß eine Fassade
ist, ein Cover, denn heute gibt es andere Mittel. Mit Schnappschüssen
von Pipo & der elegant gekleideten Frau, die jeden Abend im Skyline
auftaucht, versuche ich mir Zutritt zu ihrer Organisation zu verschaffen...
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Richard Anders Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger
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