Foto: Susanne Schleyer 
Kiev Stingl: Keiner Maria Cowboy 
mit Fotografien vom Autor
128 Seiten;

12,50 €, 23 SFR, ISBN: 3-910161-16-2 
 

Sink Skin


Biografie:
Geboren 1943 in Usti nad Labem, Jesuitengymnasium St. Ansgar.
Lebte bis 1985 in Hamburg, seither in Berlin. 

Veröffentlichungen (Auszug): FLACKER IN DER PFOTE (Pohl´n Mayer, 1979); 
DIE BESOFFNE SCHLÄGEREI (Cyrano Verlag, Berlin, 1984). Zudem diverse Schallplatten und CD´s. 

Presse:
"Mit shakespeareischer Schwerblütigkeit und trunken von
den Farben niederländischer Meister besingt der Jaguar in getragenem Pathos das quo vadis"
Wolfgang Rüger / Journal Frankfurt
 
"...kauer ich auch Dies Jahrzehnt in luft bei den Stieren aus Glas und zähle wie ein Irrer Zehnmarkscheine..." 
also, ganz im anfang der 80er, als ich mich entschloß, den entschluß, dichter zu werden, fallen zu lassen, blätterte ich das gesammelte jugendwerk eines ex-"konkurrenten" durch und stieß auf die widmung eines freundes der freundin: "Hart wie Mozart, dergestalt von e für c". und ich dachte: mann oh mann. dann sprach ich mit einem inzwischen westberliner gewordenen freund am telefon (wie auch sonst) zum beispiel über die schallplatten kiev stingls "Hart wie Mozart". es ist eben auch ein, und zwar nicht nebensächlicher, aspekt von literatur. der freund brachte mir auch den ersten band mit gedichten des damals noch vierzigjährigen, noch-hamburgers in den völlig unpathetisch toten wald auf die tschechische und südseite des erzgebirges mit, wo wir uns halbjährlich unter dramatischen himmeln trafen. 
´86, jetzt auch ich in westberlin: der beigefarbene, dezent kariert vom schal gekrönt, wesenhafte unsicherheit aus illusionslosigkeit maskierende, weitausholende schritt durch die flügeltür eines jeweiligen stammcafés ab mittag... 
...das alles soll nur heißen: ich bin froh, kiev stingl mit dem buch "keiner maria cowboy" im druckhaus galrev zu sehen; dem odischen ton dieses dichters ausgesetzt zu sein, und ihm ab und zu zwischen "Auf der Pirsch im Grunewald" und "FC St. Pauli zu Gast bei Inter Mailand", zu begegnen. 
derart, von s für k 

 

Sink Skin
Gedichte
sowie 5 Variationen zum Thema "Skulptur"
 
ca. 80 Seiten;

12,50 €, 23 SFR, ISBN 3-910161-66-9 

 

Den einen ist er Inbegriff des Bürgerschrecks, den andern willkommen als Repräsentant jener selten gewordenen Spezies des Bohemien, der, keiner gesellschaftlichen Macht verpflichtet, nur den Eingebungen seiner (Un)Moral folgend, "in schlenderischer Ruh", durch die realen Alptrauminstallationen unserer Tage flaniert. Villon, Baudelaire, Rimbaud, Apollinaire: kein Vergleich, der ihm von eilfertigen Feuilletonisten, auf ihrer Suche nach den Farben der Wirklichkeit, nicht schon angetan worden ist. Stingl weiß, daß er sich nicht aus seiner Haut herausschreiben kann, daß man sich in der Verzweiflung über die Ohnmacht gegen die Dummheit der Hoffnung auf ein anderes Blau, zu arrangieren hat. Und so sprechen seine neuen Gedichte die Worte der Wehmut, zittern vor Zorn und tragen den Stolz des Unbeugsamen in sich. Stingl spielt genüßlich mit den hohen Worten. Seine Ironie (= ein roi -sic!-) rettet die Texte vor dem Absturz in den "Puder der Gelehrsamkeit". Die Schatten an der Wand sind eingebrannte Seelen. Stingl hat sie, "el haschisch" in die Augen geträufelt, geschaut und siehe: "nie waren aromatische geometrien / von gefangenschaft im gewölbe meines lichtseins / als in diesem in die dichten nebel / reinen wünschens gebetteten körper." 
Herbert Debes 
 
 
 
 
was lieh dem taumel 
solche harmonie, 
daß an den stiefeln 
dieser wolkenbruch 
von zuckungen geadelt; 
daß blitze husten segen; 
daß grelles sinkt 
auf sammetweiches knie; 
daß gold dem irren ohr, 
ach, mulmige musik, 
das stampfen von motoren; 
daß pure erde jenseits in die sinne schraubt: 
befehl ich, dies sei überschrift 
den tagen zugeflossen 
und den nächten mir 
in schlenderischer 
ruh verkündung. 
 

Richard Anders Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger