Foto: Martine Simon 
Franck Venaille: Der Wassergänger 
Gedichte 
übertragen von Carla A. Rösler, Britt Bartel
und Rainer Schedlinski
 
 ca. 128 Seiten;

12,50 €, 23 SFR, ISBN 3-910161-69-3 
 
Franck Venaille, geboren 1936 in Paris, gehört zur Generation der Algerienkriegs- soldaten, was sein Schreiben in den 60er Jahren stark beeinflußte. 
Er arbeitete seit 1960 bei der legendären action poétique mit und gab ab 1961 die Zeitschrift Chorus heraus. 1978 gründete er, als Referenz an Joyce, die Zeitschrift Monsieur Bloom. Aus seinem üppigen Werk sind in Deutschland bisher nur Auszüge in Zeitschriften und Anthologien erschienen. 
 
Wer oder was veranlaßt einen Menschen, über 430 Kilometer nordwärts entlang dieses einsamen Flusses zu wandern, krankend, fiebernd, durch diesen eisigen November - was treibt ihn dazu? - fragt man sich bei der Lektüre dieser Verse, die uns von einer seltsamen Reise berichten. 
Und um den Leser mit dieser Frage nicht allein zu lassen: von schwerer Krankheit gezeichnet, gelähmt an rechter Seite, unternahm er diese Tortur, um zu gesunden, wenn er die zittrige Hand in das Wasser dieses trüben Flusses hielte; um zu genesen an dem Glauben sich selbst zu finden auf dem Weg von der Quelle, der Mutter, zur Mündung, dem Meer. 

Dies ist keine Lustfahrt, keine Frohnatur ist dieser Wanderer, dessen Zeilen voll sind von wahrlich wenig poetischen Kadavern und Wasserleichen; und dessen Texte, sanft und dunkel, ihn in den literarischen Lexika unter die Pessimisten haben einreihen lassen. Doch spricht aus seinen Worten jeder Ort, jedes Fühlen mit erstaunlicher Direktheit, und wir erleben einen "Wanderer der großen Flußzeremonie", der, einsam, "seine Schritte in die Hufabdrücke der Pferde setzend", "unaufhörlich die Realität der Karte mit der des Flusses vergleichend", " in der Kenntnis von sich selbst vorandringt." 

Das vorliegende Buch wird gefallen finden bei all jenen, die an Venaille den Zug des schwarzen Engels lieben. 

 

Richard Anders Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger