Foto: Catherine Karnow 
Keith Waldrop: Zeremonie Woanders 
(A Ceremony somewhere else) 
Gedichte zweisprachig, übertragen von Rosmarie Waldrop, Elke Erb und Joachim Sartorius,
mit vier Räumen von Lois Weinberger 
ca. 80 Seiten;

12,50 €, 23 SFR, ISBN 3-910161-68-5
 
Dies sind Gedichte über das Offensichtliche, das Gegebene der Erfahrung, mehr über den Hintergrund als die Figur. Sie deuten auf Übergänge, auf die Ränder, die uns Dinge erkennen lassen - und nicht auf eine Welt von Dingen. (Der "Grund" meint nicht das Unsichtbare, sondern das nicht Wahrgenommene.) Sie halten für wahr, was Whitehead (für eine Verwandtschaft von Poesie und Philosophie argumentierend) sagt: Unser Verstehen geht über den einfachen Wortgebrauch hinaus
 
 
 
 
Drei Lagegedichte 
1. Die Wand Hochsegelnd 
Wieder treiben die Bäume Blätter hervor, 
die uns die Aussicht verdunkeln. Jedes 
glänzt mit besonderem Grün 
und hinterläßt den Gesamteindruck Laub, 
schlicht, aber unerschöpflich - wie 
die tausend Namen einer Gottheit, die strahlende 
Attribute in Schattenwerten spiegeln. 
Unsere Möglichkeiten, so behindert, 
wuchern. Ein hingehaltener Hinterhalt. 
Eine Geste zu komplex realisiert zu werden. 
Näherrückend jetzt, der Mittag 
verzweigt sich herab in unser Obdach. 
Nur vergraben ist ein Schatz ein Schatz. 
Weit jenseits dieses Aderngeflechts 
dauert der Kosmos in seiner von-Augenblick-zu-Augenblick-Vollkommenheit.
Ich lausche gern dem Klang der Dinge,
ein Gefühl wie ein früheres Flußbett. 
 
 

Richard Anders Sascha Anderson Walter Aue Thomas Böhme Barbara Bongartz Alexander Brener Gesualdo Bufalino William Burroughs Guido Ceronetti William Cowper John Donne Paul Durcan Elke Erb Gerhard Falkner Gino Hahnemann Gerard Manley Hopkins Dzévad Karahasan Bob Kaufman Andreas Koziol Heiner Link Frank-Wolf Matthies Oliver Mertins Bert Papenfuß A. R. Penck Hermes Phettberg Jürgen Ploog Jacques Roubaud Astrid Schleinitz Wolfgang Schlenker Dieter Schlesak Uve Schmidt Kiev Stingl Jáchym Topol Franck Venaille Keith Waldrop Paul M. Waschkau Ulrich Zieger